BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch

Termine

PREMIERE

MI 18.09. 19:30

 

NÄCHSTE VORSTELLUNGEN  
DO 12.03. 10:00 Vormittagsvorstellung | ABGESAGT

SO 22.03. 17:00 17Uhr-Sonntag | ABGESAGT

FR 03.04. 19:30 // LINZ AG KULTURZEIT-Vorstellung | ABGESAGT

Weitere Vorstellungen für Schulklassen auf Anfrage (15+).

Dauer

ca. 1h50min (keine Pause)

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Pressestimmen





Inhalt


Der Haarwasserfabrikant Biedermann muss sich furchtbar über die Brandstifter aufregen, welche sich als Hausierer getarnt in die Dachböden braver Bürger einschleichen, von wo aus sie dann ganze Stadtviertel in Brand setzen. Just meldet auch ihm eines Tages sein Dienstmädchen einen Hausierer und noch bevor er den ungebetenen Gast abwimmeln kann, steht er schon vor ihm und ist nicht mehr abzuschütteln. Schmeichlerisch und drohend zugleich appelliert Ex-Ringer Schmitz an Biedermanns soziales Gewissen, erzählt, dass sein Zirkus abgebrannt sei, tischt ihm eine tragische Kindheitsgeschichte auf und bekommt im Gegenzug üppig Speis und Trank serviert, auf dass er bald wieder verschwinde. Schmitz aber will bleiben und auf dem Dachboden sein Nachtlager aufschlagen. Er darf, aber er muss leise sein, damit die herzkranke Gattin ihn nicht hört.

Frau Biedermann jedoch bleibt das Husten unterm Dach nicht verborgen und nach einer schlaflosen Nacht liegt es an ihr, den Eindringling loszuwerden. Sie serviert das Frühstück persönlich und sieht sogar über Schmitzens üble Tischmanieren hinweg, die dieser auch auf den allzu frühen Tod der Mutter zurückführt. Tränenreich will er nun endlich gehen, doch Frau Biedermann will nicht herzlos sein und nötigt ihn zu bleiben.

Als in der folgenden Nacht der Lärm auf dem Dachboden unerträglich geworden ist, wird es dem Hausherrn endgültig zu bunt und er stürmt hinauf, um hart durchzugreifen. Doch traut er seinen Augen nicht, als er dort Unmengen von Benzinfässern gestapelt sieht und dazwischen nicht nur Schmitz, sondern noch einen zweiten fremden Kerl: Eisenring, ein gefährlich kluger Ex-Kellner und leider auch Ex-Knacki, allerdings mit guter Kinderstube, dessen Nobelbude ebenfalls abgebrannt ist.

Biedermanns Unbehagen verwandelt sich schlagartig in pure Angst, als klar wird, dass Eisenring nun in seinem trauten Heim das Kommando führt. Seelenruhig wickelt er vor Biedermanns Augen die Zündschnur ab, vermisst sie mit dessen Hilfe und erklärt freundlich und unverblümt sein und Schmitzens schreckliches Vorhaben. Biedermann macht gute Miene zum bösen Spiel, man will doch kein humorloser Spießer sein, und da er als Fabrikant auch gegen Klassenunterschiede ist, lädt er die Pyromanen im schaurigen Finale zum feucht-fröhlichen Gänseschmaus.

Max Frisch behandelt in seinem exemplarischen „Lehrstück ohne Lehre“ Angst, Feigheit, Opportunismus, Scheinmoral, Lüge und Selbstbetrug lakonisch-grotesk und mit ganz viel schwarzem Humor. Dabei warnt er uns ernst- und parabelhaft nicht nur vor der Lust am Zündeln und der Brennbarkeit der Welt, sondern auch vor Egoismus, Bequemlichkeit und einem trügerischen Selbstbild, das manipulierbar ist und dem Destruktiven und Totalitären Tür und Tor öffnet.

Vor allem aber demonstriert uns dieses „brandaktuelle Stück“ aus dem Jahr 1958, wie gefährlich es sein kann, vor drohenden Gefahren die Augen zu verschließen. Denn wer meint, dass die täglich über die Medien konsumierten Katastrophen – die sozialen, politischen oder ökologischen – vor der eigenen Haustür Halt machen, irrt. Niemand ist gefeit, zum willfährigen Instrument, zum Handlanger jener zu werden, die schlau und skrupellos genug sind, ihre Profit- bzw. Machtgier sowie ihre destruktive Lust auf Kosten der Allgemeinheit zu befriedigen. Denn wer sich gut stellt mit den Brandstiftern, nur um die eigene Haut, den eigenen Besitz zu retten, wer ihnen womöglich auch noch die Zündhölzer reicht aus lauter Angst, die man ihm einjagt, ermöglicht Flächenbrände ungeahnten Ausmaßes.




Produktionsteam


SCHAUSPIEL Tom Büning, Gina Christof, Paula Kühn, Rudi Müllehner INSZENIERUNG Cornelia Metschitzer LICHT & TECHNIK Florian Kirchweger, Michael Kment AUFFÜHRUNGSRECHTE Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main PRODUKTION Tribüne Linz





Fotos

Fotos: (c) Reinhard Winkler

TRIBÜNE LINZ

Theater am Südbahnhofmarkt

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4020 Linz

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