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© Reinhard Winkler
BRIEF EINER UNBEKANNTEN
Von Stefan Zweig . Bühnenfassung von Cornelia Metschitzer
INFOS

TERMINE
SO 11.01. 17:00 (17h-Sonntag)
SA 17.01. 19:30
MI 21.01. 10:00
DO 22.01. 19:30
MI 28.01. 19:30
SO 01.02. 17:00 (17h-Sonntag)
SA 07.02. 19:30
MO 23.02. 10:00
DI 24.02. 19:30
MI 25.02. 10:00
DI 10.03. 19:30 (zum letzten Mal im freien Verkauf)
MI 11.03. 10:00
Weitere Vormittagsvorstellungen auf Anfrage.
Der bekannte Schriftsteller R. bekommt an seinem Geburtstag einen langen Brief ohne Absender. Darin bekennt ihm eine unbekannte Frau ihre lebenslange Liebe und ihren großen Schmerz, dass er sie nie erkannt hatte. Dies, obwohl sie einst sein Nachbarsmädchen war, später eine seiner unzähligen Gespielinnen und dann die Mutter seines Kindes. Als solche hatte er sie genau vor einem Jahr bis ins Mark gedemütigt, als sie ein letztes Mal zusammengetroffen waren und er sie als Hure bezahlte.
Bis zum Schluss war ihm die Briefschreiberin also eine Unbekannte geblieben, da auch sie in seinen zahlreichen Amouren untergegangen war und er sich nie an sie erinnern konnte. Aus Würde habe sie ihr Geheimnis lange in ihrem Herz verschlossen, doch nun, da ihr gemeinsames Kind tot neben ihr liegt, wolle sie ihm alles verraten. Falls er diesen Brief bekommt, würde aber auch sie tot sein, auch von der Spanischen Grippe dahingerafft.
Höchst irritiert und zugleich sehr neugierig geworden, liest der Adressat weiter und muss nun Stück für Stück erkennen, dass das Schicksal der Unbekannten eng mit seiner Person verstrickt war. Er muss in ihren Brief wie in einen Spiegel schauen und sich erstmals mit seinem Innersten auseinandersetzen. Dabei erlebt er aber auch, dass er zu tieferen Emotionen fähig ist, insbesondere, was sein Kind betrifft, das er nun nicht mehr kennenlernen kann. Die Frau hingegen kann sich durch ihr Bekenntnis von ihrer Obsession befreien und endlich Frieden finden.
Der große Schriftsteller Stefan Zweig hat hier alle emotionalen Höhen- und Tiefflüge einer tragischen Liebe bis in die dunkelsten Winkel der menschlichen Psyche ausgeleuchtet. Innerseelische Prozesse tun hier ihr Werk, die er auf gewohnt sensible Weise aufspürt, an die Oberfläche holt und kunstvoll beschreibt. Seine dichte Novelle ist aber auch für die Theaterbühne wie geschaffen, da hier hautnah gezeigt werden kann, was große Obsessionen in Menschen auslösen können. Und was passiert, wenn Sehnsucht zur Sucht wird und der Traum zum Trauma.
SCHAUSPIEL
Jakob Griesser, Lisa Kröll
INSZENIERUNG
Cornelia Metschitzer
LICHT- UND TONDESIGN & VORSTELLUNGSTECHNIK
Lena Dobersberger, Elias Krenn
PRODUKTIONS- & REGIEASSISTENZ
Jennifer Grötzer, Viktoria Meindl, Leopold Spoliti
KOSTÜMASSISTENZ
Silvia Metschitzer
PRODUKTION
Tribüne Linz
© Reinhard Winkler





Geboren: 28. 11. 1881, Wien
Gestorben: 23. 2. 1942, Petropolis bei Rio de Janeiro, Brasilien
Erzähler, Dramatiker, Lyriker, Essayist, Übersetzer
Stefan Zweig wurde als Sohn des wohlhabenden jüdischen Textilunternehmers Moritz Zweig und seiner Frau Ida Brettauer geboren. Er wuchs gemeinsam mit seinem Bruder Alfred in einem großbürgerlichen Umfeld auf, als Teil der wohlhabenden assimilierten jüdischen Bevölkerung.
Bildung galt für die bürgerliche Elite als oberstes Gut - schon als Gymnasiast streifte er mit seinen Freunden durch die Wiener Kaffeehäuser, um Neuigkeiten aus der Kunst- und Literaturszene zu erfahren. Seine Familie erwartete selbstverständlich, dass er nach der Matura ein Studium absolvierte, so studierte er in Wien und Berlin Philosophie, Germanistik und Romanistik.
Allerdings entfloh er dem strengen familiären Umfeld und nahm sich eigene Wohnungen. Eher halbherzig besuchte er die Vorlesungen, leidenschaftlich widmete er sich dem Reisen, besuchte Frankreich und Belgien. Er macht seinen Abschluss an der Universität und versuchte gleichzeitig sich eine Existenz als Schriftsteller aufzubauen. Bereits seit seinem Jugendalter schrieb er Gedichte, mit 19 Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichte unter dem Titel "Silberne Saiten", 1904 erschien seine erste Novelle, eine Literaturgattung, in der er seinen größten Ruhm erlangen sollte.
Bald nach seinen ersten Veröffentlichungen – inzwischen verfasste er bevorzugt Novellen – galt Zweig als etablierter Schriftsteller. Er arbeitete außerdem als Journalist für das Feuilleton der Wiener Neuen Freien Presse, übersetzte Werke fremdsprachiger Schriftsteller und verbrachte seine Freizeit im Café Griensteidl, dem Zentrum der damaligen Literatenszene.
Nach Beginn des Ersten Weltkriegs meldete sich der Schriftsteller freiwillig zum Militärdienst und wurde dem Wiener Kriegspressequartier zugeteilt. Seine anfängliche Begeisterung kehrte sich ins Gegenteil, er wurde zum Pazifisten und wollte für die Verständigung zwischen den europäischen Ländern und nachhaltigen Frieden eintreten.
Nach dem Krieg heiratete Zweig die geschiedene Friderike Maria von Winternitz, sie bezogen ein kleines Schlösschen am Kapuzinerberg am Stadtrand Salzburgs.
Es erschienen zahlreiche Novellen, die zum Teil auch verfilmt und im Kino gezeigt wurden. Er veröffentlichte Übertragungen aus dem Französischen sowie seine historischen Miniaturen "Sternstunden der Menschheit", drei Essaybände erscheinen, seine Theaterstücke wurden aufgeführt, 1931 übernahm er die Nachfolge Hugo von Hofmannsthals als Librettist für Richard Strauss. Zweigs internationaler Ruhm machte ihn während der zwanziger Jahre zum meistübersetzten Schriftsteller seiner Zeit.
1933 wurde die Situation für ihn aufgrund der jüdischen Wurzeln seiner Familie schwierig: als jüdischer Schriftsteller blieb ihm ab 1933 der deutsche Literaturmarkt verschlossen, seine Bücher erschienen auf der 'schwarzen Liste' und wurden am 10. Mai öffentlich verbrannt.
Nach einer polizeilichen Hausdurchsuchung beschloss Zweig, seine Heimat vorübergehend zu verlassen und nach London zu übersiedeln. Faktisch bedeutete dies die Trennung von seiner Frau, die sich weigerte, mit ihm das Land zu verlassen.
Obwohl er sich intensiv mit der Gefahr des Faschismus beschäftigte, vermied er es, sich öffentlich politisch zu äußern oder sich an entsprechenden Aktivitäten der exilierten Intellektuellen zu beteiligen. Stattdessen befasste er sich in seinen Werken mit den historischen Wurzeln des Nationalismus und den frühen Vorkämpfern für die geistige Freiheit.
Die Jahre bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges nutzte er erneut zu internationalen Vortragsreisen. Zahllose Menschen besuchten in Südamerika seine Lesungen, er wurde fast wie ein Staatsgast empfangen, was ihn stark beeindruckte.
Er ließ sich scheiden, sein Pass verlor 1938 beim 'Anschluss' Österreichs die Gültigkeit, womit die Rückkehr in seine Heimat für ihn unmöglich wurde. Zusammen mit seiner Freundin und Sekretärin Lotte Altmann beantragte er die britische Staatsbürgerschaft, kurz vor Beginn des Krieges heirateten sie, 1941 übersiedelten beide nach Brasilien und ließen sich in der Kleinstadt Petrópolis nieder. Hier entstand Zweigs erfolgreichstes und bis heute meistgelesenes Werk, die "Schachnovelle", die seinen immer stärker werdenden Pessimismus angesichts der Ereignisse in Europa zum Ausdruck brachte.
Mit dem Eintritt Japans in den Weltkrieg und der Niederlage Singapurs, den schlimmen Nachrichten aus Europa und der Hoffnungslosigkeit seiner Lage, wählten Stefan Zweig und seine Lebensgefährtin Lotte Altmann in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1942 in Petrópolis den Freitod (Überdosis Schlafmittel).
Dem Trauerzug des Staatsbegräbnisses am nächsten Tag folgen 4.000 Menschen.
Stefan Zweig war Kosmopolit und "Europäer", trotzdem aber blieb er zeitlebens ein Repräsentant alt-österreichischer Geistigkeit, sein Werk ist bestimmt von pazifistisch-humanistischem Gedankengut. Zunächst dem Wiener Impressionismus und der Neuromantik verpflichtet, errang er seine ersten Erfolge als Lyriker, um sich später in novellistischer Erzählprosa den sexuellen Verwirrungen des zeitgenössischen Bürgertums zuzuwenden. Internationale Erfolge feierte Zweig mit Romanbiographien, zu einem der meistverkauften Bücher seiner Zeit überhaupt wurde der Essayband "Sternstunden der Menschheit".
Quelle: https://austria-forum.org/af/Biographien/Zweig%2C_Stefan
