WIR SIND ERREICHBAR (0699 11399844, karten@tribuene-linz.at)
MO - FR: 09:00 - 18:00, an Spieltagen bis Veranstaltungsbeginn
SA, SO + FEIERTAG: nur an Spieltagen von 10:00 bis Veranstaltungsbeginn
ÖFFNUNGSZEITEN KARTENBÜRO: MI - FR: 14:00 - 18:00

© Leopold Spoliti (& KI)
ALLE ZEIT, GESTUNDET
Ein Brief an Ingeborg Bachmann . Von Corinna Antelmann
URAUFFÜHRUNG
DI 07.04. 19:30
Dauer: 2h (inkl. Pause)
Preise: € 26 - 10
INFOS

TERMINE
DI 07.04. 19:30 (Uraufführung)
SO 12.04. 17:00
DI 21.04. 19:30
FR 15.05. 19:30
MI 20.05. 19:30
DO 28.05. 19:30
MI 03.06. 19:30
DO 25.06. 19:30 (100ster Geburtstag von Ingeborg Bachmann)
ZUM INHALT
Die beinahe neunzigjährige Anette, Professorin der Literaturwissenschaften, befindet sich auf der Schwelle zu ihrer letzten Reise: Sie weiß, dass sie bald sterben muss und sucht für sich einen lyrischen Abschied aus dem Leben.
In diesem Abschnitt ihres Lebens nimmt sie noch einmal den Zug nach Klagenfurt und begibt sich an das Grab von Ingeborg Bachmann, im Gepäck Bachmanns Gedichte, die Anette in dieser Zeit begleiten sollen (und während ihres Lebens stets begleitet haben). Sie sucht nach Spuren der Schönheit und beginnt während der Reise, einen fiktiven Brief an Ingeborg Bachmann zu verfassen.
In der direkten Ansprache an die Verstorbene reflektiert Anette das Leben und Altern als Frau in einer von Männern bestimmten Welt. Das Schreiben des fiktiven Briefes erweitert ihr Verständnis für das, was sie umtreibt und mit dem sie sich allein wähnte, ohne es zu sein. In der Reflexion findet sie Versöhnung mit ihrem zurückliegenden Leben, indem sie die Momente von poetischer Schönheit einfängt, die es immer wieder gab, und entwickelt gleichzeitig die Bereitschaft, anzuerkennen und auszuhalten, wie unentwirrbar Leben und Tod miteinander verwoben sind.
Somit ist der Text zugleich eine Liebeserklärung an die Kraft der Literatur, die imstande ist, den Blick auf das eigene Leben, die eigene Lebenssituation, zu schärfen, und Impulse für das eigene Denken zu liefern. Denn in der Literatur erkennen wir, dass alle Krisen und Übergänge Teil des Mensch-Seins sind.
ZUM JUBILÄUM
Corinna Antelmann hat mit ALLE ZEIT, GESTUNDET Ein Brief an Ingeborg Bachmann einen vielschichtigen Text geschrieben, der sich ausgezeichnet dafür eignet, die große österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann an ihrem 100. Geburtstag zu würdigen. Auf sehr reflektierte, aber auch poetische und manchmal amüsante Weise gibt die in Ottensheim bei Linz lebende Autorin darin der fast 90-jährigen Anette eine Stimme. Die betagte Frau weiß, dass sie bald eine noch größere Reise machen wird und nimmt ganz bewusst und sehr versöhnlich Abschied von ihrem Leben.
ZUR INSZENIERUNG
Regisseurin Cornelia Metschitzer hat den Text für die Uraufführung in eine Rahmenhandlung gelegt, in der Anettes Kinder nun diesen fiktiven Brief im Nachlass ihrer Mutter finden. Sie erfahren darin, wie es dieser in ihren letzten Lebenswochen ergangen ist und was sie dazu bewogen hatte, heimlich von Norddeutschland nach Kärnten zu fahren. Diese Reise wird auf der Bühne über Bilder (von Leopold Spoliti) visualisiert, die auf einer Klagenfurt-Fahrt des künstlerischen Teams entstanden sind. Frühere Lebensstationen Anettes, die ebenfalls im Brief an Ingeborg Bachmann zur Sprache kommen, zeigen sich sodann in szenischen Rückblenden, in denen die Tochter Bettine (Lisa Kröll) auch die jüngere Anette verkörpert. Jakob Griesser übernimmt den Part ihres Zwillingsbruders Jon, der durch die Lebensrückschau der Mutter die gemeinsame Familiengeschichte nun besser nachvollziehen kann. Das Abschiednehmen der 60-jährigen Kinder und das Abschiednehmen der Mutter verschwimmen zu poetischen Bildern, in denen sich die Drei noch einmal sehr nahekommen und in denen sich die Literatur in ihrer ganzen, auch tröstenden, Kraft zeigen kann. Ein inhaltlich wie formal außergewöhnliches Stück, das sich aus einem Brief heraus entwickelt und Schauspiel und Hörspiel vereint.
SCHAUSPIEL
Jakob Griesser, Lisa Kröll
INSZENIERUNG
Cornelia Metschitzer
BILDEINSPIELUNGEN
Leopold Spoliti
LICHT- UND TONDESIGN & VORSTELLUNGSTECHNIK
Lena Dobersberger, N.N.
PRODUKTIONS- & REGIEASSISTENZ
Jennifer Grötzer, Viktoria Meindl, Leopold Spoliti
KOSTÜMASSISTENZ
Silvia Metschitzer
PRODUKTION
Tribüne Linz
FOTOS folgen
© Reinhard Winkler

CORINNA ANTELMANN
*1969 in Bremen/Deutschland, lebt seit 2006 in Oberösterreich. Nach ihrem Studium (Film, Literatur, Musik, Psychologie) an der Universität Hildesheim war sie in der Theaterwerkstatt Hannover und als Head-Autorin der Trickompany Hamburg angestellt. Seit 2001 arbeitet sie als freie Autorin, Dramaturgin und Lehrbeauftragte. Für ihr literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Stipendien, Nominierungen und Auszeichnungen. Sie veröffentlicht Jugend- und Bilderbücher, Theatermonologe, Romane und Essays. Zuletzt erschienen „Barcelona Dream. Oder: Puppen leben nicht" (Roman, Edition Rösner) und die Briefnovelle ,,Im Geiste, Anna" (Kollektiv-Verlag).
